Jagd auf Roter Oktober von Tom Clancy

»Pingen Sie einmal, Genosse«

Tom Clancy hat mein Interesse an Thrillern geweckt und in diesem Artikel möchte ich über den absoluten Klassiker »Jagd auf Roter Oktober« berichten.
Das Werk erschien bereits 1984, zwar nicht mehr zur Hochkonjunktur des Kalten Krieges, aber noch zur Zeit der Sowjetunion und einem immer noch brodelnden Konflikt zwischen Ost und West.
Tom Clancy schafft es die Spannung vom Anfang bis zum Ende durchzuhalten und somit ist Jagd auf Roter Oktober für mich einer der besten Spionage-Thriller. Wer eine Kombination aus Spionage, Technik und gut durchdachter Politik mag, wird dieses Buch lieben. Hintergründe, politische Verwicklungen, der Actionanteil, alles passt zusammen und an alles ist gedacht. Während andere Autoren und auch Clancy in späteren Büchern, nicht immer eine gute Balance zwischen Aktionismus und langatmigen Passagen finden, ist es hier gelungen.
Auch die Dialoge sind nicht nur Mittel zum Zweck, sondern schön zu verfolgen, da die Charaktere über sehr individuelle Eigenschaften verfügen.
Wer sich dann auch noch grundsätzlich für den Kalten Krieg interessiert ist hier genau richtig.
Ganz klar, 1984 schrieb Tom Clancy als US-amerikanischer Patriot stark pro Amerikanisch, leider gibt er diese Haltung auch in späteren Romanen nicht auf. – Ein Leser oder Hörer muss hiermit umgehen können. Neigt man dazu, sich über Verherrlichungen des amerikanischen Militärs oder Geheimdienstapparats aufzuregen, sollte man die Finger von dem Buch lassen.
Wer den Film gesehen hat, kann das Buch trotzdem noch lesen. Der Film ist toll, ich habe ihn gern gesehen, jedoch kann er der Schriftform nicht das Wasser reichen. Im Film gibt es ein paar unglaubwürdige Sprünge, was nur logisch erscheint, wenn man viele Sunden Text auf Spielfilmlänge kürzen muss.
Einzig die Übersetzung hakt an machen Stellen. Es werden sehr viele militärische Codewörter verwendet, die einem Unwissenden nichts sagen und die Story gelegentlich ins Stocken bringen.
Zur Story: Marko Ramius, der Kapitän des neu entwickelten und hochgeheimen sowjetischen Unterseebootes Roter Oktober, will mitsamt seines Schiffes, zu den Amerikanern überlaufen. 1984 ist dieses Vorhaben schwieriger als man vermutet, da Ramius sich sowohl vor der eigenen Flotte verstecken, als auch gleichzeitig die Amerikaner von seinen guten Absichten überzeugen muss.
Währenddessen ist der CIA-Analytiker Jack Ryan damit beschäftigt, seine Regierung auf Kurs zu halten und für Ramius die Weichen zu stellen.
Zum Hörbuch: Frank Arnold schafft es, den Zuhörer von der ersten Minute an in das Geschehen hineinzuversetzen, wobei er eher eine neutrale Erzählstimme hat. Ich finde, dass er perfekt liest. Er trifft den russischen Akzent gut, übertreibt nicht und bringt selbst eine Unterhaltung von mehr als vier Personen sauber rüber.
Arnold schafft es durchweg keinerlei Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, was dazu führt, dass der Hörer ganz in die Geschichte eintauchen kann.
Fazit: Vermutlich hört hier niemand zum ersten Mal von Jagd auf Roter Oktober. Dennoch gehört der Thriller in diesen Blog. Trotz des Alters ist dies immer noch eine fesselnde, zeitgemäße Geschichte, die jedem detailverliebten Leser, der über ein paar Schwächen hinwegsehen kann, Spaß machen dürfte.
Chronologisch gesehen ist Jagd auf Roter Oktober der 4. Teil der Jack Ryan-Thriller, jedoch wurde er mit teils großem Abstand als erstes veröffentlicht.

Meine Bewertung: Gesamt: 8/10 | Story: 8/10 | Stil: 8/10

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