Daemon – Die Welt ist nur ein Spiel von Daniel Suarez

Riesengroß und allumfassend

Vollständig, riesengroß und trotzdem allumfassend durchdacht! – Das ist wohl die passendeste Beschreibung für »Daemon«, der ersten Geschichte des gleichnamigen Zweiteilers.
Daniel Suarez geht weit über die normale Vorstellungskraft hinaus. Das Buch profitiert nicht etwa von den Charakteren, die er geschaffen hat und in die man sich gerne hineinversetzt. Auch werden nicht viele besondere oder gar geschichtsträchtige Orte angesprochen – Nein, es ist einfach die Komplexität dieser langsam wachsenden, unglaublich interessanten Story, die diese Faszination auf mich ausgeübt hat.
Dabei beginnt die originale Inhaltsangabe folgendermaßen:
„Stellen Sie sich vor, Ihr Computer wird lebendig – was würde er wohl tun?“
Völlig irreführend! – Sicher, diese Aussage ist richtig, es wird eine Software lebendig. Doch geht es hier um viel, viel mehr als um einen lebendigen Computer. Ich glaube sogar, dass der Verkauf dieses Buches besser laufen würde, wenn man nicht mit einer solchen, auf viele potentielle Käufer abschreckend wirkenden, Angabe arbeiten würde. Denn das Buch ist nicht nur etwas für Nerds, sondern für alle diejenigen, die eine spannende, interessante und völlig neue Welt kennelernen wollen, in der sich viel um Computer, Macht und die Schaffung einer anderen Ordnung dreht.
Was aber auch ganz klar ist: Jemand der der voll und ganz auf den klassischen Thriller Stil, wie etwa bei Tom Clancy fixiert ist, wird enttäuscht. Daniel Suarez nimmt kein Blatt vor den Mund, gestaltet die Charaktere auf einfachste Art und Weise abartig oder hinterlistig und ohne schlechtes Gewissen. Hier werden keine tollen Helden auf konventionellem, literarischem Weg geboren. Eher wirkt es so, als wenn die Figuren dem normalen Durchschnitt entsprechen und sich im weiteren Verlauf gut entwickeln aber ihre jeweiligen Schwächen behalten.
Eins noch vorweg: Der erste Teil ist sehr spannend, sehr durchdacht und hat einen gewissen Actionanteil. Er bereitet vor, um anschließend noch mehr zuzuschlagen, was aber auch bedeutet, dass im zweiten Teil vermehrt Actionszenen auftauchen.
Jetzt aber noch schnell zur Story: Der verstorbene Matthew Sobol, ein bedeutender Computerspielentwickler, hat der Welt etwas Großes hinterlassen. – Etwas mit potential zur Schaffung einer neuen Weltordnung, aber auch mit viel negativer Energie. Nicht nur im Software- oder Computerbereich, sondern auf ganzer Bandbreite … Tja, was soll ich hier mehr verraten, ohne zu spoilern? Ich glaube, mehr gibt es nichts zu sagen. Lest oder hört die Geschichte, wenn ihr für ein paar Stunden in eine andere, spannende Welt abtauchen wollt.
Zum Hörbuchsprecher: Irgendwie meine ich, Matthias Lühn probiert den amerikanischen Flair als leichte Akzentuierung ins Deutsche zu integrieren. …. Wie auch immer, es ist schön und spannend zu hören.
Die Charaktere bekommen deutlich unterschiedliche Stimmen. Fast schon in Richtung Hörspiel. – Einfach in allem etwas mehr als der Durchschnitt.

Meine Bewertung: Gesamt: 9/10 | Story: 9/10 | Stil: 8/10

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